{"id":351,"date":"2013-10-26T12:00:53","date_gmt":"2013-10-26T10:00:53","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.mb-stauffia.de\/?p=351"},"modified":"2013-10-26T12:00:53","modified_gmt":"2013-10-26T10:00:53","slug":"sprecherrede-semesterantrittskneipe-ws1314","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.mb-stauffia.de\/?p=351","title":{"rendered":"Sprecherrede Semesterantrittskneipe WS13\/14"},"content":{"rendered":"<p>Hochverehrte G\u00e4ste, liebe Bundesbr\u00fcder,<br \/>\nwie schon eingangs erw\u00e4hnt, hat das neue Semester am Montag begonnen. Und ich freue mich, dass doch so viele die erste Woche des Semesters gut \u00fcberstanden haben.<!--more--><\/p>\n<div id=\"attachment_355\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/blog.mb-stauffia.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Sprecherstuhl.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-355\" class=\"size-thumbnail wp-image-355 \" alt=\"Sprecherstuhl\" src=\"http:\/\/blog.mb-stauffia.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Sprecherstuhl-150x150.gif\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-355\" class=\"wp-caption-text\">Sprecherstuhl<\/p><\/div>\n<p>Meiner Meinung nach eine der h\u00e4rtesten Wochen im Semester. Denn es hei\u00dft wieder fr\u00fch aufstehen oder man verpasst etwas. Gerade f\u00fcr uns als Verbindungsstudenten besteht da nat\u00fcrlich ein starker Zielkonflikt zwischen abends lange dabei sein um im Bundesleben nichts zu verpassen und gleichzeitig fr\u00fch aufstehen, um auch in der Uni nicht in Misskredit bei den Professoren zu geraten.<\/p>\n<p>Da lobe ich mir doch die Massenstudieng\u00e4nge, da merken die Professoren nicht, dass ich nie da bin. Ich bin der Ansicht, dass die erste Woche eines jeden Semesters lediglich dazu dient sich wieder zu akklimatisieren. In weiser Voraussicht finden da meist auch keine \u00dcbungen statt. Was ich pers\u00f6nlich f\u00fcr einen genialen Schachzug halte.<\/p>\n<p>Was die erste Woche f\u00fcr mich jedoch auch noch besonders schwer macht, ist der Fakt, dass ich wieder meiner ungeliebten Aufgabe nachgehen muss, eine Rede zu schreiben.<br \/>\nWer mich kennt, der wei\u00df, dass ich gerne und viel rede. Selbstverst\u00e4ndlich immer nur sinnvolle Sachen. Doch das Reden schreiben liegt mir nicht. Daher habe ich \u00fcberlegt, keine Rede zu schreiben und einfach drauf los zu reden. Ich war mir jedoch ziemlich sicher, dass das die schlechteste aller Alternativen ist.<\/p>\n<p>So musste ich nun also ein Thema finden. Und eines bietet sich da heute besonders an, denn die V\u00f6lkerschlacht bei Leipzig j\u00e4hrt sich heute zum 200. Mal.<\/p>\n<p>Doch m\u00f6chte ich an dieser Stelle keineswegs eine Geschichts- oder Fuchsenstunde halten.<br \/>\nVielmehr m\u00f6chte ich darauf eingehen, was nach der Schlacht, respektive den Befreiungskriegen, geschah. So gr\u00fcndete sich 1815 in Jena die Urburschenschaft, mit dem Ziel einer geeinten Studentenschaft.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte dazu kurz ein Zitat eines Redners des Wartburgfests verlesen:<br \/>\n&#8222;Eben de\u00dfhalb m\u00fcsst ihr euch keine Namen geben, welche dieser Universalit\u00e4t widersprechen. Nicht wei\u00dfe, schwarze, rothe, blaue usf. m\u00fcsst ihr euch nennen; denn das sind auch andere; auch nicht Teutonen m\u00fcsst ihr euch nennen; denn Teutonen sind auch die andern. Euer Name sey, was ihr allein und ausschlie\u00dflich seyd, nehmlich S t u d e n t e n s c h a f t oder B u r s c h e n s c h a f t. Dazu geh\u00f6rt ihr alle, und niemand anders.&#8220;<\/p>\n<p>Ist dieses Ziel heute erreicht? Mitnichten. Wie ich es sehe, sind die Burschenschaften gespaltener als jemals zuvor. Doch nicht nur die Burschenschaften untereinander, nein auch das Verh\u00e4ltnis anderer Verbindungen zueinander ist angespannt. Womit wir Verbindungsstudenten unsere Position massiv schw\u00e4chen.<\/p>\n<p>Zwischen dem Sommersemester 1815 und dem Wintersemester 1819\/20 geh\u00f6rten der Urburschenschaft 859 aktive Studenten an. Dies entsprach rund 60 % aller Jenaer Studenten. Selbstredend sind dies Zahlen, die so heute wohl nicht mehr erreicht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber warum sollten wir alle unsere Position weiter schw\u00e4chen? Warum nicht bei Fragen die alle M\u00fcnchener Verbindungsstudenten betreffen, gemeinsam als M\u00fcnchener Korporierte auftreten?! Bei den Alten Herren funktioniert dies ja schon zum Teil! Warum m\u00fcssen wir Studenten dann weiterhin auf den Unterschieden beharren und uns damit begn\u00fcgen, uns gegenseitig zu schw\u00e4chen!? Ich sehe darin keinen Nutzen. Sind mir doch Verbindungsstudenten in der Regel n\u00e4her als irgendein Mitglied des Asta\u2026<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte nun jedoch nochmal auf den Konflikt der Burschenschaften kommen und auch sagen, warum ich mir &#8222;Wenn altes fiel, stand neues auf&#8220; als Lied f\u00fcr die Rede ausgesucht habe.<br \/>\nDas letzte gro\u00dfe, alte Ziel der Burschenschaft &#8211; Die Deutsche Einheit &#8211; wurde mit dem Mauerfall erreicht. Seit dem gibt es kein \u00fcbergeordnetes Ziel mehr und man hat Zeit sich untereinander nahezu grundlos streiten. Wie ich schon auf der Abkneipe des letzten Semesters erw\u00e4hnt habe, ben\u00f6tigen wir eigentlich kein \u00fcbergeordnetes Ziel. W\u00e4re doch schon das Ziel die jungen Studenten politisch zu bilden, ein ambitioniertes.<\/p>\n<p>Jedoch denke ich, wir als Burschenschafter haben nun in diesem Europa die M\u00f6glichkeit uns wieder st\u00e4rker zu profilieren. F\u00fcr mich ist Vaterland ein Bekenntnis. Ich nehme gerne jeden hier auf, der sich zu deutschen Werten, Traditionen und zum Deutschen Vaterland bekennt.<\/p>\n<p>Leider muss ich an dieser Stelle meine Aussagen von der Abkneipe revidieren, denn die politische Bildung der jungen Studenten zu f\u00f6rdern w\u00e4re richtig und wichtig, jedoch reicht es nicht, die Burschenschaften wieder zu einen. Mit dem Fall der Mauer und damit dem Erreichen der deutschen Einheit ist es nun an der Zeit ein neues einendes Ziel zu finden. Was bietet sich da heutzutage besser an, als die europ\u00e4ische Einigung!? Dies ist meiner Meinung nach der n\u00e4chste logische Schritt, nach der deutschen Wiedervereinigung. Hier spreche ich jedoch nicht von einem Modell der Vereinigten Staaten Europas. Vielmehr stelle ich mir ein einiges Europa als Gemeinschaft freier V\u00f6lker vor, indem die Kulturen der verschiedenen Nationen erhalten bleiben. Vor allem darf dieser undemokratische Weg der aktuell in der EU gelebt wird so nicht weitergehen. Man m\u00f6ge mich an dieser Stelle bitte nicht falsch verstehen. Ich bin ein gro\u00dfer Freund Europas und sehe die europ\u00e4ische Einigung als wichtig und richtig an. Jedoch m\u00fcssen die Entscheidungen demokratisch legitimiert werden und das Prinzip der Subsidiarit\u00e4t auch eingehalten werden. Dies w\u00e4re in meinen Augen eine sch\u00f6ne und sinnvolle Aufgabe f\u00fcr uns Burschenschafter! Denn nicht umsonst hei\u00dft es in diesem sch\u00f6nen Lied: &#8222;und geht es um Europas Gl\u00fcck, stehen deutsche Burschen nicht zur\u00fcck&#8220;<\/p>\n<p>Damit m\u00f6chte ich mich nun auch dem Ende n\u00e4hern und hoffe, dass ich Sie und euch nicht allzu sehr gelangweilt habe. Vielleicht wird es ja auch noch die ein oder andere Diskussion dazu geben. W\u00e4re ja schon fast langweilig, wenn nicht.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich auf unser 121. Gr\u00fcndungsfest vom 8. Bis 10. November aufmerksam machen, zu dem ich alle Anwesenden ganz herzlich einladen m\u00f6chte. Ich w\u00fcrde mich freuen, den ein oder anderen zu diesem sch\u00f6nen Fest begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Jetzt m\u00f6chte ich euch nicht l\u00e4nger vom Trinken abhalten &#8211; In diesem Sinne trinke ich auf das Wohl Europas und der deutschen Burschenschaften, auf dass sie in Ewigkeit wachsen, bl\u00fchen und gedeihen. Zum Wohl!<\/p>\n<p><em>\u00a9 Jan Scherer, Sprecher der Aktivitas<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hochverehrte G\u00e4ste, liebe Bundesbr\u00fcder, wie schon eingangs erw\u00e4hnt, hat das neue Semester am Montag begonnen. 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