{"id":258,"date":"2013-06-01T00:00:09","date_gmt":"2013-05-31T22:00:09","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.mb-stauffia.de\/?p=258"},"modified":"2013-11-17T11:58:49","modified_gmt":"2013-11-17T10:58:49","slug":"120-stiftungsfest-damenrede","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.mb-stauffia.de\/?p=258","title":{"rendered":"120. Stiftungsfest &#8211; Damenrede"},"content":{"rendered":"<p>Verehrte Damen und Herren, liebe Bundesbr\u00fcder,<\/p>\n<p>und noch einmal besonders, verehrte Damen. Wie die meisten von ihnen vermutlich wissen, h\u00e4lt bei uns Traditionsgem\u00e4\u00df der j\u00fcngste Fuchs die Damenrede. Allerdings kamen Zweifel auf ob dies in der heutigen Situation auch angemessen ist. Sollte wirklich der Unerfahrenste unserer Bundesbr\u00fcder diese wichtige Rede halten?<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Da dieses, unser 120., Stiftungsfest etwas besonderes ist, wollten wir selbstverst\u00e4ndlich auch dass diese Rede dies zum Ausdruck bringt. Zumal wir uns einig sind das sie, meine Damen, nur das Beste verdienen. Doch welcher Redner ist der Beste? Ist es der Charmanteste Redner? Dem Bestaussehende? Oder vielleicht der Intelligenteste?<\/p>\n<p>In einer Idealen Welt w\u00fcrde der beste Redner all diese Eigenschaften, und noch einige mehr, auf sich vereinen. Wie wir M\u00e4nner eben sind, hat jeder zun\u00e4chst von sich selbst behauptet, dass er all diese Eigenschaften besitzt. Doch musste am Ende jeder zugeben, dass es nicht so war. Oder um es mit anderen Worten auszudr\u00fccken, keiner unserer Bundesbr\u00fcder war eine Frau.<\/p>\n<p>Die Diskussion war damit selbstverst\u00e4ndlich noch nicht vorbei, es wurde darum gestritten welche Eigenschaft dann die beste sei. Sie k\u00f6nnen sich das Dilemma sicher vorstellen, meine Damen. Es ist ein wenig vergleichbar mit dem Schuhe kaufen, man ben\u00f6tigt nur ein Paar, aber alle anderen sehen auf ihre wei\u00dfe Gut aus und man will sie einfach alle haben. Mit ihrem reichen Erfahrungsschatz zu diesem Thema sagen sie jetzt sicher: &#8222;Alle Schuhe kaufen ist das Beste, und vielleicht noch ein neuer Schuhschrank wenn der Platz nicht reicht&#8220;.<br \/>\n\u00dcber diese Alternative haben wir auch nachgedacht. Doch w\u00fcrde eine Damenrede von jedem unserer Bundesbr\u00fcder hier den Rahmen sprengen.<\/p>\n<p>In dieser Situation, um bei der Schuhmetapher zu bleiben, wenn sie nur ein Paar Schuhe kaufen k\u00f6nnen, w\u00fcrden sie, meine Damen, mit Sicherheit durch ihre weibliche Intuition und ihr Verst\u00e4ndnis das am besten geeignete Paar nehmen und die Anderen, mit schwerem Herzen, zur\u00fccklassen.<br \/>\nBei uns M\u00e4nnern ist dies anders, wir k\u00f6nnen uns nicht so einfach entscheiden was das Beste ist, und w\u00fcrden mit unseren alten Schuhen wieder gehen, auch wenn sie nicht mehr ganz so bequem oder passend sind. Genauso verh\u00e4lt es sich nun auch mit unserer Damenrede, es g\u00e4be sicher bessere und passendere M\u00f6glichkeiten, doch da wir uns nicht entscheiden konnten, behalten wir einfach die alten Schuhe. In diesem Fall bedeutet dies dass wir dem althergebrachten treu bleiben und der j\u00fcngste Fuchs die Damenrede h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Und nun stehe ich zu meiner gro\u00dfen Ehre, und vielleicht zu ihrem Pech, vor ihnen und wei\u00df nicht was ich sagen soll. Wie kann man, zumal bei einer so gro\u00dfen und bedeutenden Feier, wahrhaft w\u00fcrdigen was sie f\u00fcr uns M\u00e4nner tun? Wie kann man eine Dame auf die ihr zustehende Weise W\u00fcrdigen und Ehren?<\/p>\n<p>Ich dachte mir, dass mir vielleicht der Begriff der &#8222;Dame&#8220; einen Anhaltspunkt geben k\u00f6nnte und zog ein W\u00f6rterbuch zu Rate. Dort stand eine Dame sei eine gebildete, kultivierte und gepflegte Frau. Sie werden verstehen das mir das nicht wirklich weitergeholfen hat, denn jeder der sich hier im Saale umblickt wird mir zustimmen das ausschlie\u00dflich Damen anwesend sind auf die diese Beschreibung zutrifft, und seien wir ehrlich, sie wissen dies auch und ich muss es ihnen nicht noch einmal sagen.<\/p>\n<p>Da die Wortbedeutung mir nicht weiterhalf, suchte ich bei Volksweisheiten nach Inspirationen, und ich Fand folgende: &#8222;Es gibt kaum ein gr\u00f6\u00dferes Missverst\u00e4ndnis, als wenn ein Mann eine Frau vollkommen zu verstehen glaubt&#8220;. Eine Weisheit die mir nicht im Geringsten half. Wie sollte ich als Mann etwas beschreiben was ich niemals verstehen kann? Wie soll ich die richtigen Worte finden?<\/p>\n<p>Also musste ich \u00fcberlegen welche Art von Menschen, abgesehen von Frauen, noch mit Vorliebe \u00fcber Dinge sprechen die sie nicht oder nur Teilweise versteht und trotzdem irgendwie immer irgendeine Wahrheit treffen. Sie k\u00f6nnen sich sicher denken auf wen ich zun\u00e4chst kam, auf die Dichter. Vielleicht hatte einer ja bereits die Worte geschrieben die ich suchte. Doch als ich mir dann ansah was die Dichter so \u00fcber Frauen schrieben war ich schockiert. So schrieb Schiller in &#8222;Maria Stuart&#8220;: &#8222;Ein gebrechlich Wesen ist das Weib&#8220;.<br \/>\nIch kann dem nicht wirklich zustimmen, schlie\u00dflich haben sie, meine Damen, mit Sicherheit kein gebrechliches oder gar schwaches Wesen.<\/p>\n<p>Also wendete ich mich an einen Dichter mit mehr Erfahrung mit dem weiblichen Geschlecht, Goethe. Doch schrieb dieser in &#8222;Hermann und Dorothea&#8220;: &#8222;Dienen lerne beizeiten das Weib&#8220;.<br \/>\nSo etwas konnte ich nun wirklich nicht in einer Damenrede sagen.<\/p>\n<p>Also dachte ich besser vergesse ich das mit den Dichtern und suche bei anderen Dingen, bei Handfesten Tatsachen nach Eingebungen. Ich dachte dabei an das Autofahren. Statistisch gesehen werden n\u00e4mlich 80% aller Verkehrsverst\u00f6\u00dfe von M\u00e4nnern begannen. Nun ja b\u00f6se Zungen w\u00fcrden jetzt wohl behaupten das auch an den 20% die von Frauen begannen werden die M\u00e4nner eine Teilschuld tragen, da sie ihren Frauen den Autoschl\u00fcssel gegeben haben.<\/p>\n<p>Weitergeholfen hat mir diese Statistik nun aber irgendwie auch nicht. Nun konnte ich mich nur noch an eine Sache wenden um die richtigen Worte zu finden. An des Menschen G\u00f6ttlichkeit, an jene Sache, welche alles zu beschreiben und zu erkl\u00e4ren trachtet was wir noch nicht Wissen oder Verstehen, an die Wissenschaft.<br \/>\nIch war davon \u00fcberzeugt wenn ich den richtigen Vergleich gefunden h\u00e4tte, k\u00f6nnte die Wissenschaft mir die entscheidende Anregung geben. Als ich in diesem Zusammenhang noch daran dachte, dass es ja auch in unserer Sprache einen M\u00e4nnlichen und einen Weiblichen Artikel gibt, dachte ich, ich h\u00e4tte einen guten Vergleich Gefunden.<br \/>\nSchlie\u00dflich kann man so den Mond als &#8222;M\u00e4nnlich&#8220; und die Erde als &#8222;Weiblich&#8220; bezeichnen. Nun ist es doch so, dass der Mond sich immerzu um die Erde dreht. Die Erde, die Frau, ist die treibende Kraft im Zentrum der Bahn die der Mond, der Mann, durchl\u00e4uft.<br \/>\nSomit beherrscht die Erde in Gewisser Weise den Mond, so wie auch die Frau den Mann, wenn sie es richtig macht.<br \/>\nSo sah es Goethe auch und ich kann nun das vorhin gebrachte Zitat vollenden &#8222;Dienen lerne beizeiten das Weib, denn durch dienen allein erlangt sie endlich die Herrschaft.&#8220;<br \/>\nJa, ich gebe zu ich habe den Wichtigsten Teil des Zitates vorhin weggelassen, doch nur weil ich nicht verstehe wie man durch Dienen Herrschaft erringt. Doch vielleicht hilft mir hier die Wissenschaft weiter, wenn ich mir die Frage stelle warum der Mond um die Erde kreist.<\/p>\n<p>Er macht es wegen der Gravitation&#8230;.doch was hat es mit der Gravitation auf sich? Sobald man tief genug blickt findet man f\u00fcr die unterste Ebene keine Antwort auf die Frage nach dem warum mehr, es ist einfach so.<br \/>\nSomit hilft mir am Ende selbst die Wissenschaft nicht weiter.<\/p>\n<p>Doch sind sich so also die Wissenschaft, die Volksweisheit und die Dichter im Kerne einig, ein Mann kann das Wesen einer Frau nicht verstehen. Nun verstehe ich auch Einstein der einst sagte: &#8222;Manche M\u00e4nner bem\u00fchen sich lebenslang das Wesen einer Frau zu verstehen. Andere befassen sich mit weniger schwierigen Dingen zum Beispiel der Relativit\u00e4tstheorie&#8220;.<\/p>\n<p>Nach diesem vergeblichen Versuch, sie meine Damen, wahrhaft w\u00fcrdig und auf die ihnen zustehende Weise zu w\u00fcrdigen und zu Ehren, kann ich Einstein nur noch zustimmen. Es gibt wahrlich nichts Schwierigeres als das Wesen einer Frau zu erfassen.<\/p>\n<p>Doch vielleicht zeigt nichts besser als dieses fehlen der passenden Worte wie bedeutend sie sind. Vielleicht ist die einzig w\u00fcrdige Ehrung die ich ihnen zukommen lassen kann die Erkenntnis das es keine Worte gibt die w\u00fcrdig und aussagekr\u00e4ftig genug w\u00e4ren um sie und das was sie f\u00fcr uns tun und uns bedeuten zu beschreiben.<\/p>\n<p>Sie, meine Damen, sind f\u00fcr uns M\u00e4nner ein ewiges Mysterium.<\/p>\n<p>Somit bleibt mir nur noch eines zu tun, nachdem ich so viel Zeit in den vergeblichen Versuch die richtigen Worte f\u00fcr sie zu finden gesteckt habe:<\/p>\n<p>Ich bitte die anwesenden M\u00e4nner erst sich selbst und dann ihr Glas zu erheben und mit mir auf dieses einmalige unersetzliche Wesen, auf dieses Mysterium das uns immer antreibt und wir doch nie versehen werden, anzusto\u00dfen.<\/p>\n<p>Meine Herren, auf die Damen!<\/p>\n<p><em>\u00a9 Florian Urbano<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verehrte Damen und Herren, liebe Bundesbr\u00fcder, und noch einmal besonders, verehrte Damen. Wie die meisten von ihnen vermutlich wissen, h\u00e4lt bei uns Traditionsgem\u00e4\u00df der j\u00fcngste Fuchs die Damenrede. Allerdings kamen Zweifel auf ob dies in der heutigen Situation auch angemessen ist. 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